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A Rammkernsondierung

Zur Erkundung des Bodenaufbaus und zur Entnahme von Bodenproben in Lockergesteinen ist die Rammkernsondierung oder auch Kleinrammbohrung geeignet. Sie findet sowohl in der Geologie als auch im Bauwesen und bei der Erkundung von Altlasten Verwendung.

Eine hohle, geschlitzte Sonde aus Stahl wird mit einem elektrischen Bohrhammer lotrecht in den Boden eingeschlagen (Abb. 1). Die Sonde kommt in verschiedenen Durchmessern zum Einsatz. Bei der EBP kommen die Durchmesser 36, 50 und 80 mm zum Einsatz. Die Länge der Sonde beträgt ein oder zwei Meter. Zur Erreichung größerer Tiefen werden 1 m Aufsatzstangen aufgeschraubt.

In der Regel werden Rammkernsondierungen bis in Tiefen von sechs bis zehn Metern ausgeführt, können aber auch deutlich tiefer werden.

Abbildung 1: Rammkernsondierung durch einen Hallenboden

Die Sonde wird manuell oder hydraulisch aus dem Boden gezogen und anschließend auf einem Bock horizontal gelagert (Abb. 2). Nun kann der Bodenaufbau in entsprechenden Schichtenverzeichnissen (Abb. 3) aufgenommen und Proben zur laboranalytischen Untersuchung oder als Rückstellprobe entnommen werden.
Abbildung 1: Rammkernsondierung durch einen Hallenboden
Abbildung 1: Rammkernsondierung durch einen Hallenboden
Abbildung 2: Rammkernsonde mit Bodenmaterial
Abbildung 2: Rammkernsonde mit Bodenmaterial
Abbildung 3: Schichtenverzeichnis nach DIN 4023
Abbildung 3: Schichtenverzeichnis nach DIN 4023

B Rammsondierung

Rammsondierungen dienen der Darstellung der vertikalen Lagerungsdichte und der Verdichtung von Böden. Dabei wird eine Sonde mit einem Rammbär (Fallgewicht) bei gleichbleibender Fallhöhe in den Untergrund gerammt (Abbildung 4). Aufgenommen wird die Anzahl der Schläge die notwendig ist um die Sonde in den Boden eindringen zu lassen.

Je nach anstehendem Boden und erforderlicher Aufschlusstiefe kommen die folgenden Sondiergeräte mit unterschiedlichen Rammspitzen und Rammgewichten (Rammbär) zum Einsatz:
  • Leichte Rammsonde LRS bzw. DPL (Dynamic Probing Light)
  • Mittelschwere Rammsonde MRS bzw. DPM (Dynamic Probing Medium)
  • Schwere Rammsonde SRS bzw. DPH (Dynamic Probing Heavy)
Der Rammbär wird mit Luftdruck oder Kettenzug auf eine definierte Höhe gebracht. Anschließend fällt er aus dieser Höhe auf das Sondiergestänge. Gemessen wird die Anzahl der Schläge pro 10 cm Eindringtiefe. Die zeichnerische Darstellung der Untersuchungsergebnisse erfolgt in einem Schlagzahldiagramm (Abbildung 5).
Abbildung 4: Fallgewichtsgerät für LRS, MRS und SRS nach DIN 4094
Abbildung 4: Fallgewichtsgerät für LRS, MRS und SRS nach DIN 4094
Abbildung 5: Schlagzahldiagramm Rammsondierung
Abbildung 5: Schlagzahldiagramm Rammsondierung

C Verdichtungsprüfung

Im Erdbau, Straßenbau und Leitungsbau gehören Verdichtungsprüfungen im Rahmen der Eigenüberwachung zum täglichen Baustellenbetrieb. Die Prüfungen erfolgen zum einen durch statische Plattendruckversuche nach DIN 18134 und zum anderen mittels dynamischen Plattendruckversuchen gemäß TP-BF 8.3 (Technische Prüfvorschrift für Boden und Fels im Straßenbau).

Im Folgenden wird die oberflächennahe (Messtiefe bis 30 cm) Prüfung der Verdichtung mitttels dynamischen Plattendruckversuchen mit dem Leichten Fallgewichtsgerät (Abbildung 6) dargestellt. Die bei der EBP eingesetzten, hochwertigen modernen Geräte mit eingebautem GPS-System und Drucker gewährleisten bereits auf der Baustelle die Auswertung der Ergebnisse nach wenigen Minuten. Angezeigt werden drei Setzungskurven mit den zugehörigen Evd – Werten.

Mittels Datentransfer über Chipkarte ist eine spätere detaillierte Darstellung und Auswertung der Ergebnisse am PC möglich (Abbildung 7).
Abbildung 6: Dynamischer Plattendruckversuch mit dem leichten Fallgerät
Abbildung 6: Dynamischer Plattendruckversuch mit dem leichten Fallgerät
Abbildung 7: Ergebnisdarstellung Verdichtungsprüfung
Abbildung 7: Ergebnisdarstellung Verdichtungsprüfung